Wohin des Weges mit Corona Et al.?

 

 

Die aktuellen Corona-Entwicklungen stellen alle und auch die offiziellen Verantwortlichen der (Industrie)Staaten vor große Herausforderungen: Welche Entscheidungen sind zu treffen, um die unterschiedlichen Erwartungshaltungen der Gesellschaft zu erfüllen?

 

Ein schwierigen Unterfangen, wenn nicht zum Scheitern verurteilt, da zu viele verschiedene Interessen und individuelle Persönlichkeiten zum Tragen kommen: So gibt es einmal die Angst vor einem nicht greifbaren, nicht sichtbaren, ja oft nicht einmal fühlbaren Bedrohung eines noch relativ unbekannten Virus - wir sind in unserer sogenannten "zivilisierten" Gesellschaft gewöhnt, alles unter Kontrolle zu haben, von sämtlichen Seiten vermeintlich abgesichert zu sein, die Verantwortung in vielen Bereichen tunlichst auf andere zu schieben, ebenso die Schuldfrage.

Corona zeigt uns dabei die Grenzen.

 

Weiters kommt hinzu die Angst vor Ungemach und Tod - die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod haben wir (anders als bei den Naturvölkern) mittlerweile sehr an den Rand unseres Lebens gestellt, darüber wird nicht gerne gesprochen, obwohl der Tod das einzige Sichere im/nach dem Leben ist - Alter und Gebrechen sollten uns tunlichst auch nicht mehr stören: Die ewige Jugend, Schönheit und Fitness sind mit Hilfe technisierter Medizin, der Pharmaindustrie, ausreichend viel Kapital und einer gewissen Einfalt zumindest theoretisch um ein paar Jährchen verlängerbar - an Epidemien Et al. schwer erkrankt und daran verstorben wird woanders, auf gar keinen Fall in der westlichen Welt..

 

Weitere Hoffnungen, die in die Corona-Maßnahmen gesetzt werden, sind: Arbeitsplatzerhaltung, kein Verlust des Einkommens, was natürlich für die Wirtschaft relevant ist, um die Konsum-Spirale weiter am Leben zu erhalten: Investitionen in Kleidung, Reisen, Autos, Vergnügen....schneller, höher, weiter....häufig auf Kosten von Umwelt, Natur und vorrangig armen Ländern.

 

Covid-19 zeigt nun auch den reichen Ländern ein Limit des Machbaren auf und es gibt gute Gründe, warum es zu dieser Pandemie kommen konnte.

 

Die folgenden Textpassagen sind eine Zusammenfassung aus dem Artikel "Armut und Krankheit: Infektionskrankheiten - Geißel der "dritten Welt", von Dr.med. Ursula von Gierke und Dr.rer.nat. Saiful Islam im Deutschen Ärzteblatt von 1998 (!):

 

Pathogene Mikroorganismen (u.a. krankheitserregende Bakterien, Viren) hat es immer gegeben. Trotz aller erfolgsversprechenden Methoden wie Hygienemaßnahmen, Schutzimpfungen und Antibiotikatherapie entwickeln sich immer wieder neue Bakterien und Viren, die Resistenzen entwickeln bzw. nicht heilbar sind.

Jährlich sterben drei Millionen Kinder an Durchfallerkrankungen und Millionen Menschen an akuten Atemwegserkrankungen, an Malaria und unzähligen anderen bakteriellen oder viralen Erkrankungen, davon 95 % in den Entwicklungsländern.

 

Durch Tourismus und internationale Verkehrsverbindungen treten diese Infektionserkrankungen nun auch in den Industrienationen auf.

Globale Erwärmung, Umweltverschmutzung und Verlust von Artenvielfalt ermöglichen es Mikroben, langfristig zu überleben und sich in der Welt zu verbreiten.

Die Armut in den Entwicklungsländern, vor allem im ländlichen Bereich, führt durch Landflucht zu hoher Bevölkerungsdichte in den Städten, zunehmend Verarmung, reduzierter Hygiene und damit zu schwelenden Infektionsherden.

Verseuchtes Wasser, verschmutzte Luft und oft ungesunde und ungenügende Ernährung sind weitere Ursachen für Infektionserkrankungen und Resistenzentwicklung.

Vor allem in den reichen Ländern führt die steigende Lebenserwartung mit verbesserter Therapiemöglichkeit bei schweren Erkrankungen durch Immunsuppression zu neuen "Brutstätten" für resistente Keime.

Industrialisierte Lebensmittelerzeugung mit Massentierhaltung und Antibiotikazusätzen tragen massiv zu Antibiotikaresistenzen bei.

 

 

Was tun?

 

In der "dritten" Welt

- Reduktion der Kindersterblichkeit durch bessere Ernährung, sauberes Wasser, gute Luft und bessere medizinische Versorgung

- Bildung und Aufklärung der Menschen, um Überbevölkerung zu vermeiden und Armut zu reduzieren

- Bereitstellung (unter Mitarbeit und Ausbildung der Einheimischen) von wichtiger Infrastruktur wie sauberes Trinkwasser, Sanitäranlagen, gesunde und ausreichende Nahrung

- Ausbildung von Fachpersonal (u.a. Ärzte, Pflegepersonal, Techniker) vor Ort

 

In der "entwickelten" Welt

- Finanzielle Unterstützung der armen Länder beim Aufbau einer sich langfristig selbst versorgenden Bevölkerung durch entsprechende Infrastruktur

- Bereitstellen vom nötigen Know-How

 

 

Nur auf diesem Weg wird es noch möglich sein, ein weltweit halbwegs funktionierendes Öko-System zu schaffen bzw. die Reste davon noch zu erhalten.

Andernfalls wird die derzeitige Pandemie erst ein kleiner Anfang für viel schwerere, weitreichendere gesundheitliche Belastungen weltweit sein.

 

 

 

Verfasser: Dr.med. Daniela Schönbacher-Mitter

Quelle: Artikel "Armut und Krankheit: Infektionskrankheiten - Geißel der "dritten Welt" 

Dr.med. Ursula von Gierke, Dr.rer.nat. Saiful Islam; Deutsches Ärzteblatt 1998

 


Buchtipp:

Graeme Maxton, der ehemalige Generalsekretär des Club of Rome, appelliert in seinem Buch "Change" eindringlich an jeden Einzelnen von uns, an die Politik sowie an Wirtschaft und Banken, was JETZT zu tun wäre, damit zukünftige Generationen noch gut leben können.

 

Das Ziel: Ein humanes Leben in Einklang mit der Natur.